Die Geschichte vom Alten Wirt

Die Geschichte vom Alten Wirt

Woher stammt der Name ?

Bereits der Name »Alter Wirt« gibt den Hinweis, dass es sich um das älteste Wirtshaus im Ort Putzbrunn handelt (Putz = mittelhochdeutsch »Pfütze«, demnach »Pfützen«, oder aber auch kleiner Brunnen, der als »Prunnin« bereits im Mittelalter vermerkt wurde).

 
 

Von Damals zu Heute

Eine gastronomische Nutzung des Anwesens im Kern des über 1000 Jahre alten Ortes erfolgte bereits im späten Mittelalter. Verbürgt sind in der Nachbarschaft Besitzungen des bayrischen Hofkapellmeisters und Komponisten Orlando di Lasso (*1532 †1594). Über Jahrhunderte hinweg brauten die auf dem Anwesen wirtschaftenden Eigentümer ihr Bier selbst. Das letzte Bräuhaus verbrannte 1866 zusammen mit Nachbarhöfen und allen anderen Gebäuden des »Alten Wirt«. 1842 gehörte die Tafernwirtschaft Ludwig und Regina Ertl. 1856 übernahm deren Sohn Wiggerl zusammen mit seiner Frau Ursula, geborene Jell, den Besitz. In einem Katasterakt des Jahres 1859 wird der »Wirtshof zu Putzbrunn« so beschrieben: »Tafernwirtsgut mit Wohn- und Gasthaus, Pferdestallung, Streuschupfe, Scheune und Kuhstall, Waschhaus mit Backofen und angebautem Bräuhaus mit Keller und Hofraum, sowie Kegelhäuschen und Kegelbahn über der Straße. Dazu Gras- und Wurzgarten, samt 42 Wiesen und Felder mit zusammen 107 Tagwerk«. 1860 kam das Anwesen durch Kauf in den Besitz des »ledigen Wirtssohn Ignatz Lidl«, der kurz darauf die Tochter Regina des Vorbesitzers Ertl heiratete und den »Alten Wirt« ein Jahr nach dem Brand wieder neu aufbaute. Dabei richtete er im Obergeschoss eine Zechstube mit kleinem Saal ein, die gleich das Kommunikationszentrum Putzbrunns bildete. Hier wurden politische Versammlungen abgehalten, hier spielte die Musik zum Tanz auf, es wurden Familienfeste gefeiert und sogar Theater gespielt. Auf die Neuerstellung seiner uralten Brauerei verzichtete Ignatz Lidl. Sein Bier bezog er zuerst von der Münchner Schleibinger Brauerei, dann von der Sternecker Brauerei im Tal und bereits 1889 von Gabriel Sedlmayr und dessen Franziskaner-Leistbrauerei. Der 1875 geborene Sohn von Ignatz und Regina Lidl, Joseph Lidl leitet das Anwesen mit seiner Frau Christine (geb. 1878) weiter. Genauso wurde der Gasthof und die Vieh- und Landwirtschaft vom nächstgeborenen Joseph Lidl, geboren 1902, weitergeführt. Joseph Lidl heiratete Gertraud Lidl, geboren 1917. Von den beiden wurde die Gaststätte bis 1967 selbst betrieben. Joseph Lidl erinnerte sich zur 100 jährigen Chronik: »Zu unserem Anwesen hat immer eine große Landwirtschaft gehört. Wir pflanzten damals schon viel Gerste an, die von der Spaten-Franziskaner Brauerei gekauft wurde. Während des ersten Weltkrieges, ich war zwölf bis dreizehn Jahre alt, musste ich die gesamte Gerste mit dem Pferdefuhrwerk alleine nach München transportieren, und von der Brauerei das Bier auf dem Rückweg wieder mit nach Hause nehmen. Für einen Buben war das eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe.« Seit 1991 wird die Gaststätte von der Familie Lederwascher betrieben und die Biere der Spaten-Franziskaner Brauerei ausgeschenkt..